Wohnen

Quelle: STARTHILFE – Erstsemester_innen-Info AStA HSD – Ausgabe 2017

Tipps zur Wohnungssuche

Die Immatrikulationbestätigung ist da, der Koffer gepackt – und nun kann es endlich losgehen. Wäre da nicht diese leidige Angelegenheit, eine Wohnung in der neuen Stadt finden zu müssen. Wir haben hier ein paar Tipps gesammelt, die euch bei der Suche helfen sollen und weisen auch auf ein paar mögliche Notfalllösungen hin, falls es dann doch nicht direkt klappen sollte.

Vorher

Bevor Ihr euch nun durch Anzeigen und Angebote wühlt, ist es sinnvoll, wenn Ihr euch erst einmal darüber klar werdet, was ihr wollt. Soll es eine Wohnung für euch alleine sein oder wollt Ihr lieber in einer Wohnungsgemeinschaft leben? Wieviel Geld könnt bzw. wollt Ihr pro Monat für die Miete aufbringen und wie zentral wollt Ihr wohnen? Wenn Ihr diese Fragen für euch beantwortet habt, wird es euch leichter fallen, gezielt nach eurer „Traumwohnung“ zu suchen.

Einzelwohnung

Die Vorteile einer Einzelwohnung liegen auf der Hand. Ihr habt die Wohnung für euch, müsst euch mit niemandem absprechen und auf niemanden Rücksicht nehmen. Nachteile sind die Kosten, die Ihr natürlich alleine tragen müsst und dass Ihr soziale Kontakte an anderen Orten knüpfen müsst. Hier bieten sich vor allem Internetbörsen wie immowelt, immobilienscout24 und immonet an. Eine Bürgschaft – beispielsweise der Eltern – für den Fall, dass Mietzahlungen ausbleiben, kann die Chancen, die Wohnung zu bekommen, deutlich erhöhen. Ebenso wenn die Eltern oder ein Elternteil bei der Wohnungsbesichtigung dabei sind/ ist.

Wohngemeinschaft (WG)

Im Gegensatz zur Einzelwohnung kommt Ihr hier in der Regel auf eine sehr viel günstigere Miete und habt auch direkt die Möglichkeit, Menschen kennenzulernen, die euch die Stadt zeigen können und einen Teil eures Alltags mit euch verbringen. Portale wie WG-gesucht.de und wg-suche.de eignen sich dabei sehr gut für die Suche. Auch ein Blick in die soziale Medien kann nicht schaden. https://www.facebook.com/WG.Zimmer.frei.in.Duesseldorf/ bietet regelmäßig neue Angebote und macht auf weitere Facebook-Gruppen aufmerksam, die das gleiche Thema behandeln. Achtet aber hierbei in den Anzeigen darauf, dass es sich nicht um eine reine Zweck-WG handelt – außer natürlich, dies ist genau das, was Ihr sucht. Wenn Ihr dann eine bzw. mehrere WGs anschreibt, versucht auch etwas über euch selbst zu schreiben. Das wirkt interessierter und direkt sympathischer. Im Gegensatz zur Einzelwohnung solltet Ihr eure Eltern bei einem WG-Besichtigungstermin lieber zuhause lassen. Eure zukünftigen Mitbewohner_innen wollen sicherlich euch und nicht eure Eltern kennenlernen.
Wenn Ihr schon Leute kennt, die auch auf der Suche nach einer Wohnung sind, könnt Ihr euch natürlich auch zusammentun und gemeinsam eine WG gründen. Die Vorteile hierbei sind, dass es – in der Regel – keine bösen Überraschungen gibt. Und Ihr kommt nicht neu in eine bereits bestehende Gruppe, sondern schafft etwas komplett Neues, von dem in der Zukunft auch andere Studierende profitieren können.
Wichtig bei WG-Neugründungen ist, dass Ihr u.a. folgende Fragen frühzeitig klärt, damit es später keinen Ärger gibt:

Soll eine Untermietregelung gelten oder werden alle WG-Mitglieder in den Mietvertrag aufgenommen?
Welche Modalitäten gelten beim Ausscheiden eines WG-Mitglieds und welche Regelung gilt bei der Kündigung des Mietvertrags?
Wer ist für die Mietzahlung verantwortlich?

Bretter, Makler_innen, Zeitungen

Neben den bereits genannten Internetbörsen, gibt es auch noch weitere Möglichkeiten. In allen Düs­seldorfer Hochschulen gibt es schwarze Bretter, an denen sich auch Wohnungsangebote finden. Also schlendert doch mal durch die Hochschulstandorte und schaut, ob etwas für euch dabei ist. Wenn Ihr selber „Ich suche“-Aushänge macht, dann vergesst nicht, das Datum auf eure Zettel schreiben, so weiß jede_r, ob die Anzeige aktuell ist, und Ihr erspart euch lästige Anrufe, wenn Ihr längst in eurer neuen Wohnung seid.
Immobilienmakler_innen sind natürlich auch eine Option – wenn auch eine hässliche. Bei dem einen oder anderen Angebot, läuft es aber automatisch über eine_n Makler_in. Das bedeutet immer, dass neben Kaution und Miete eine Provision zu zahlen ist. Die darf allerdings maximal zwei Kaltmieten plus Mehrwertsteuer betragen. Für viele kommt dies zu Beginn des Studiums eher nicht in Frage, da es zu teuer ist und Ihr vermutlich nicht sofort die Wohnung für die Ewigkeit sucht. Solltet Ihr aber planen, lange Zeit in der Wohnung zu verbringen, kann sich die Investition dennoch lohnen, da Makler_innen Wohnungsangebote haben, die nicht auf dem offiziellen Wohnungsmarkt beworben werden. Wenn die Wohnung also bezahlbar und perfekt ist und Ihr auf mehr als fünf Jahre plant, wäre das also trotz aller Bedenken eine Überlegung wert.
Fast schon retro, aber unter Umständen trotzdem einen Versuch wert, sind Anzeigen in Zeitungen. Der Großteil von „Suche“ und „Angebot“ spielt sich heute zwar im Internet ab, aber genau deswegen kann es Sinn machen, zusätzlich auf Mittel zurückzugreifen, die nicht mehr so häufig genutzt werden, aber eventuell von einigen Vermieter_innen wahrgenommen werden, für die das Internet immer noch „Teufelswerk“ ist. Eine kurze und seriöse „Suche“-Anzeige – beispielsweise in der konservativen Tageszeitung „Rheinische Post“ – kostet auch nicht die Welt. Günstiger wären Anzeigen in den kostenlos und in hoher Auflage befindlichen Werbeblättchen wie beispielsweise der Wochenzeitung „Düsseldorfer Anzeiger“, die jeden Mittwoch erscheint.

Studierendenwohnheime

Studierendenwohnheime bieten beide Wohnarten, Einzelapartments und Zimmer in WGs. Neben den günstigen Mieten bieten sie die Chance, mit anderen Studis unter einem gemeinsamen Dach zu wohnen und schnell soziale Kontakte zu knüpfen. Aus beiden Gründen sind die Zimmer und Wohnungen dort auch sehr begehrt, weshalb es Wartelisten gibt, auf die du dich zunächst setzen lassen musst. Das ist beim Studierendenwerk Düsseldorf über einen Online-Antrag möglich. Bis du ein Zimmer oder eine Wohnung angeboten bekommst, kann es dann mit einem bisschen Glück nur einige Monate, im schlechteren Fällen ein Jahr dauern. Das Ganze hängt natürlich auch davon ab, für welchen Wohntyp und welches Wohnheim du dich bewirbst. Du darfst dich nur auf eine Warteliste für ein einziges Wohnheim setzen lassen. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, sich so früh wie möglich zu bewerben.

Kontakt:

Kontakt

Appartements und Mehrraumwohnungen (WGs) gibt es von 12 bis 60 qm, möbliert oder leer von zirka 230,- bis 510,- Euro. In mehreren Anlagen gibt es behindertengerechte Wohnplätze. Auch für Studierende mit Kindern werden Wohnungen angeboten.

Ansprechpartnerin bei Fragen und für die Anmeldung ist:

Anja Bäumker
Studierendenwerk Düsseldorf
Gebäude 21.12, Ebene 00,
Raum 00.13
Universitätsstraße 1
40225 Düsseldorf
Tel. 0211 81-13286
Fax 0211 81-15776
E-Mail baeumker@stw-d.de
Persönliche Sprechzeiten
Mo., Do.: 09:00 – 12:00 Uhr
Telefonische Sprechzeiten
Di., Mi., Fr. 09:00 – 12:00 Uhr

Wohnen für Hilfe

Die Idee hinter „Wohnen für Hilfe“ ist der Austausch zwischen den Generationen und dass Senior_innen, Familien, Alleinerziehende oder Menschen mit Behinderung, die einen eigenen Haushalt führen und sich Gesellschaft, Unterstützung und Sicherheit wünschen, Wohnraum zur Verfügung stellen. Im Gegenzug unterstützen Studierende die Wohnraumanbieter_innen bei der Verrichtung alltäglicher Dinge. Diese Aufgaben reichen von Hilfe im Haushalt und Garten über Einkaufen und Tierpflege bis zu Spaziergängen, Gesellschaft leisten oder auch Kinderbetreuung. Pflegeleistungen sind davon ausgeschlossen.
Während die Nebenkosten weiterhin von den Studierenden gezahlt werden müssen, wird die Kaltmiete durch die (maximal zwölf im Monat) Arbeitsstunden abgedeckt. Auch in Düsseldorf gibt es das Modell, das sich „Wohnpaar auf Zeit“ nennt.

Ansprechpartnerin ist:

Lidia Wilhelm
Stadt Düsseldorf
Brinckmannstraße 5
40255 Düsseldorf
Tel. 0211-89-94499
lidia.wilhelm@duesseldorf.de

Sozialwohnungen/WBS

Die Sozialwohnungen sind für Menschen mit geringem Einkommen gedacht. Um sie beziehen zu können, braucht Ihr einen Wohnungsberechtigungsschein (WBS). Dafür müsst ihr einen Antrag beim „Amt für Wohnungswesen“ einreichen, die Formulare findet ihr online unter:

https://www.duesseldorf.de/buergerservice/dienstleistungen/dienstleistung/show/wohnberechti
gungsschein-wbs.html

Dem Antrag beigelegt werden muss eine Kopie eures Personalausweises, eine Immatrikulationsbescheinigung, „5,00 bis 20,00 Euro“, eine Bescheinigung eurer Eltern über die Höhe des Unterhalts, den Ihr von ihnen erhaltet, und Einkommensnachweise über das letzte Kalenderjahr und für den Monat vor der Antragsstellung, ggf. auch einen Nachweis der Aufenthaltserlaubnis oder einen BAföG-Bescheid. Anspruch auf den WBS haben alle, deren Bruttojahreseinkommen 28.924 Euro (bei Alleinlebenden) nicht überschreitet. Dann könnt Ihr euch in die Bewerber*innenliste des Wohnungsamtes aufnehmen bzw. registrieren lassen, was zu empfehlen ist. Zusätzlich könnt Ihr euch auch auf die Suche nach frei gemeldeten Sozialwohnungen im Internetangebot des Wohnungsamtes begeben unter:

https://www.duesseldorf.de/nc/wohnen/wohnungskatalog.html

Wohnungsamt Düsseldorf
Brinkmannstraße 5, Erdgeschoss
Tel. 0211 89-97500
E-Mail: wohnungsvermittlung@duesseldorf.de

Öffnungszeiten:
Mo./Mi. 8.00 bis 12.30 Uhr,
Do. 14.00 bis 18.00 Uhr
und nach Vereinbarung

Wohngeld

Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zu eurer Miete. Wie hoch dieser ausfällt, könnt Ihr online berechnen lassen. Allerdings besteht für die meisten Studianfänger_innen kein Anspruch darauf. Ausgeschlossen sind z.B. Studierende, die Anspruch auf BAföG haben oder deren Einkommen (bzw. das der Eltern) zu hoch ist, um BAföG zu erhalten. Anspruch auf Wohngeld haben Studierende, die keinen grundsätzlichen Anspruch auf BAföG (mehr) haben, weil

» sie ein Zweitstudium begonnen haben
» die Förderungshöchstdauer oder Altersgrenze überschritten wurde
» sie Leistungsnachweise nicht erbracht haben

oder weil

» ihr BAföG ausschließlich als Darlehen gewährt wird (zum Beispiel bei der Abschlussförderung nach § 15 Abs. 3a BAFöG)
» sie Kinder haben

Wenn Ihr doch einen dieser Punkte erfüllen solltet und Wohngeld beantragen möchtet, dann nehmt den Antrag, der online verfügbar ist, eine Kopie eures Mietvertrags und Nachweise über die letzten drei Mietzahlungen, den BAföG-Ablehnungsbescheid, eure Studienbescheinigung, einen Nachweis über Unterhaltszahlungen, einen Nachweis über Arbeitseinkommen der letzten zwölf Monate und Nachweise über Krankenversicherungsbeiträge mit. Außerdem: Euer Hauptwohnsitz muss in Düsseldorf sein, Düsseldorf als Zweitwohnsitz reicht also nicht.

Campen (Notlösung)

Warum nicht, wenn das Wetter Anfang Herbst noch erträglich ist. Eventuell kennst du ja auch wen, der oder die ein Wohnmobil besitzt und dieses für einige Zeit rausrückt.

Campingplatz Lörick
Niederkasseler Deich 305
Tel.: 0211 / 591401
www.düsselcamp.de
Camping Unterbacher See
Tel. 0211 / 899-2038
www.unterbachersee.de/camping.html

Jugendherberge (Notlösung)

Jugendherbergen sind eine vergleichsweise teure, aber für die Zeit der Wohnungssuche zu Beginn des Studiums naheliegende Notlösung. Du brauchst einen Jugendherbergsausweis, den du dir auch in der Jugendherberge ausstellen lassen kannst. Die Übernachtung mit Frühstück ist allerdings erst ab stattlichen 52,90 Euro im Einzelzimmer und 25,90 Euro im Mehrbettzimmer zu bekommen.

Jugendherberge Düsseldorf
City-Hostel
Düsseldorfer Straße 1
Tel.: 0211 / 55731-0
http://www.jugendherberge.de/
de-de/jugendherbergen/
duesseldorf442/portraet

Da die Jugendherberge relativ teuer ist und eine Mitgliedschaft erfordert, lohnt eventuell ein Vergleich mit den Angeboten lokaler Hostels. Allerdings sind diese anlässlich von lokalen Events gerne einmal ausgebucht – ebenso wie die Jugendherberge.

Auf geht’s!

Dies waren ein paar Tipps, die euch bei der Wohnungssuche in Düsseldorf helfen sollen. Aber seid nicht frustriert, wenn Ihr zunächst ein paar Absagen bekommt. Die nächste Besichtigung oder das nächste WG-Casting kann schon das Ende eurer Suche bedeuten. Oder es ergibt sich etwas im Alltag. Du siehst ein Haus, in dem Wohnungen offenbar leer stehen (keine Gardinen etc.): mal bei den Nachbarn klingeln und freundlich nachfragen! Überhaupt hilft fragen häufig weiter: in der Kneipe, in den Erstsemester_inneneinführungen, beim Straßenbahnfahren, beim Hochschulsport und wo auch immer. Ein besonders pfiffiger Zeitgenosse hatte einmal Erfolg durch das Tragen eines selbstbedruckten T-Shirts mit „Student sucht Wohnung. Sie können weiterhelfen? Sprechen Sie mich bitte an!“ Eine nette Omi wusste Rat.

Wir wünschen viel Erfolg!