Donnerstag 09.01.2014 19:30 Uhr Vortrag

Michael Sturm | Zwischen Erwartung und Enttäuschung: Historisch-politische Bildung zum Nationalsozialismus als Baustein der Rechtsextremismusprävention

Die Forderung, aus der „Geschichte zu lernen“ ist allgegenwärtig. Sie wird nicht zuletzt dann erhoben, wenn es darum geht, vor allem Jugendliche für die Gefahren des Rechtsextremismus zu sensibilisieren. NS-Gedenkstätten gelten nicht selten als gleichsam unhinterfragte und unhinterfragbare Orte der Aufklärung und Bildung, ja sogar der Immunisierung gegen aktuelle Formen der Ausgrenzung und Diskriminierung. Doch welche Beiträge können historisch-politische Bildung zum Nationalsozialismus und Gedenkstättenfahrten tatsächlich leisten, um rechtsextremen Tendenzen und Haltungen zu begegnen? Neben den immer wieder geäußerten hohen Erwartungen, gibt es jedoch zunehmend skeptische Stimmen, nicht zuletzt von GedenkstättenpädagogInnen selbst, die darauf hinweisen, dass rassistische, antisemitische und andere menschenfeindliche Einstellungen auf der Ebene ihrer jeweiligen Konstruktionsmuster bearbeitet werden sollten und hierfür NS-Gedenkstätten womöglich nicht den geeigneten Rahmen darstellen.

Gleichwohl kann historisch-politische Bildung in Gedenkstätten und anderen außerschulischen Lernorten einen wichtigen Baustein in einer aus verschiedenen Zugängen bestehenden Rechtsextremismusprävention darstellen. Mögliche Ansätze und künftige Herausforderungen sollen in dem Vortrag vorgestellt und diskutiert werden.

Michael Sturm ist Historiker; er arbeitet als pädagogisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter im Geschichtsort der Stadt Münster und in der Mobilen Beratung im Regierungsbezirk Münster. Gegen Rechtsextremismus, für Demokratie (mobim) Veröffentlichungen zur Erinnerungskultur sowie zur Polizei- und Protestgeschichte der Bundesrepublik

Alle Vorträge finden im StudentInnencafé “freiraum” statt.

FH Düsseldorf Standort Golzheim

Der Eintritt ist frei!